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Das gefälschte Imperator Osterei.

Das gefälschte Imperator Osterei, das vor einigen Jahren in den Nahen Osten verkauft wurde, wird im Museum „Victoria & Albert Museum“ ausgestellt werden.

falsch

Die Idee, dieses gefälschte Ei auf diese Weise zu publizieren, kommt von Wartski´s Managing Director Kieran McCarthy.

Wie gemeldet wurde, wird die Ausstellung unter dem Namen «Faberge in London: Romance to Revolution» im November 2021 in London eröffnet.

Die für die Ausstellung genannten Objekte verdienen Respekt, Aufmerksamkeit und Begeisterung, außer dem Osterei von 1887.

Für dieses Ei existiert keine Quelle für die Dokumentation. Es gibt nur ein Foto aus der Ausstellung Fabergé im Haus von Baron von Derwis.

Derwis

Als Überraschung im Ei ist die Uhr von Vacheron Constantin dargeboten, was in den Objekten von Fabergé eigentlich nicht sein konnte.

Außerdem, die Handuhr von Vacheron Constantin, die sich in diesem gefälschten Ei als Überraschung befindet, wurde viel später als im Jahr 1887 hergestellt. Darüber kann man bei der Firma Vacheron die Information bekommen, die Firma existiert bis heute.

Fa Ei

 

McCarthy positioniert dieses Ei als Imperator Osterei in das Jahr 1887, was im Buch von T. Fabergé, W. Skurlov, Linet G. Proler,  "The Fabergé Imperial Easter Eggs", 1992, ISBN 0-903432-42-X dargestellt ist.

 

 

McCarhty schämt sich nicht, das in diesem Katalog dargestellte Ei mit der Uhr

das seiner Majestät, Prinz von Monaco Albert II.  gehört, wurde schon veröffentlicht und von allen Experten anerkannt. 

Wenden wir uns zu den Fakten zu:

 

("Aufstellung des Ministeriums des Imperator Hofes vom 8. Februar 1889

Für die Geschenke Ihrer Imperatorin Majestät wurden zu Ostern hergestellt:

            Im Jahre 1885 - Oster Ei, weiße Emaille, die Krone geschmückt

            mit Rubinen, Brillanten und Rosen                                       4.151 R.

            (innen drin zwei Eierchen aus Rubinen 2.700 R.)

 

            Im Jahre 1886 - Huhn  nimmt aus dem Korb

            Saphireierchen                                                                      2.986 R.

            (Saphir insgesamt 1.800 R.)

 

            Im Jahr1887 - Oster Ei mit Uhr

            geschmückt mit Brillanten, Saphieren und Rosen                2.160 R.

 

            Im Jahr 1888 - der Engel zieht Wagen mit Eierchen            1.500 R.

            Engel mit Uhr                                                                           600 R.

            (Uhr im goldenen Ei)

Diese Objekte wurden wurden vom Juwelier Fabergér hergestellt.

8. Februar1889")

In diesem offiziellen Brief vom Ministerium des Imperator Hofes vom 8. Februar 1889 mit der Beschreibung von Geschenken an Ihre Imperatorin Majestät zu Ostern von der Firma Fabergé, wird gezeigt, das das Ei viel Geld gekostet hatte und zwar 2160 Rubel im Jahr 1887. Man braucht nicht ein Experte zu sein um zu verstehen, dass das gefälschte Ei McCarthy in den Zeiten Fabergé's dieses Geld nicht kosten konnte. Denn das gefälschte Ei hat Mangel an Materialwerten und teurer Handarbeit. Laut der Archivdokumentation sieht man das deutlich. Das Osterei des Imperators von 1887 sollte mit Brillanten, Saphiren und Rosen geschmückt sein, was im gefälschten Ei McCarhty fehlt. 

Im RGIA (Russisches staatliches historisches Archiv) befindet sich die originale Beschreibung vom Imperator Ei 1887, die nichts Gemeinsames mit dem gefälschten Ei McCarthy hat. Selbst das Ei ist kein besonderes Kunstobjekt.

Die ähnlichen billigen Eier wurden am Ende des 19./ Anfang des 20. Jdh. oft genug hergestellt. Als gutes Beispiel dient ein genau so verkauftes Ei bei der Auktion von Christie's in Genf am 6. November 1988, Lot 173.

 

Dieses Ei ist sogar nicht als die Arbeit von Fabergé beschrieben, aber es ist genaue Kopie gefälschtes Ei McCarthy.

Bei der Öffnung des Eies McCarthy schadet das schwere Oberteil mit seinem Gewicht der ganzen Konstruktion und sogar das Podest hält nicht bei der Öffnung, denn das Ei kippt nach hinten. Es kann nicht richtig geöffnet werden, weil es nach hinten fällt. Das bedeutet, Fabergé hätte so eine furchtbare Arbeit niemals geleistet. Wie die Experten im Westen immer wieder betonen,  wurden die Ostereier für den Imperator nie wiederholt hergestellt, man konnte nur einzelne Elemente und Dekors später verwenden.

Es ist genug, die beiden Eier zu vergleichen. Da die Größe der beiden Eier identisch ist kommt die Frage auf: vielleicht ist das gefälschte Ei McCarthy  umgebautes Ei aus Katalog Christie's vom 16. November 1988. Das kann man leicht bei der technischen Expertise von diesem Objekt nachprüfen.

 

 

Das Podest ist eine moderne Arbeit von niedriger Qualität, nach dem Foto vom Museum der Kreml Rüstkammer gemacht. Aber bei der Arbeit am Podest haben die Fälscher die Proportionen nicht beachtet.

Die Nebenseiten des Podestes sind von modernen groben Kanfarenien bearbeitet.

Solche Kanfarenien werden in der Juwelierproduktion benutzt seit dem Jahre 1970. 

Die Blumengirlanden sind in der Technik von der Methode her gegossen.

Was verwundert ist, es gibt hier keine handwerkliche Nacharbeit. Das konnte für die Meister der Firma Fabergé nicht möglich sein. Das Ei wurde nach dem Nahen Osten wie das Imperator Ei  ohne Archivdokumente verkauft.

Vor dem Verkauf existierte das Ei gar nicht. Man hat die Geschichte über den Fund ausgedacht, dass das Ei am Markt gekauft wurde, es stand einfach auf dem Tisch bei jemanden in der Küche. Was für ein Quatsch! https://jewellerymag.ru/p/faberge-egg-found/

Bei der Juwelierkonferenz im März 2021 in der Eremitage in St. Petersburg wurde ein  kurzer Vortrag von Dmitri Kriwoschej gehalten:  „Neue Information über die Imperator Eier der Firma Fabergé in 1920  nach den Dokumentationen  AO „Goznak", wo unter der Dokumentation plötzlich das Ei McCarthy mit der vollen Beschreibung und Skizze aufgetaucht ist. Außerdem war die Rede über andere Eier in diesem Zusammenhang.: Hähnchen Ei und Ei mit Porzellan Figürchen. Die beiden befinden sich heute im Museum Fabergé in St. Petersburg. Kriwoschej betonte, dass die Dokumentation vor Kurzem im Archiv „Goznak" gefunden wurde.

 

 

Nach der aufmerksamen Prüfung dieser Dokumentationen Kriwoschejs, war klar, die sind Fälschungen. Alle Eier, die in der Dokumentation Kriwoschej's zusammengebracht sind, konnten nicht zusammen beschrieben werden.

Es ist genug, das Schicksal der Bewegung von diesen Eiern nach der Revolution zu erforschen. In der Beschreibung der Eier passt vieles nicht nicht zusammen. Jeder Fabergé Experte versteht das sofort.

Aber da Kriwoschej betonte, dass die Kopien der dargebotenen Dokumente in „Goznak" gefunden wurden, hat man sich an diese zuverlässige seriöse Organisation gewandt mit der Frage ob die Dokumentation sich dort befindet.

Wie man auch vermutet hat, im Archiv von Goznak existiert keine Dokumentation. Und da 

Kriwoschej sagte, dass sein Vortrag zusammen mit W.W. Skurlov vorbereitet wurde, wendet man sich an ihn, um die Situation zu klären.

Und wie auch im Fall mit dem Archiv Goznak, wurde festgestellt, dass W.W. Skurlov mit dem Vortrag und Fund der Dokumentation  nichts zu tun hat.

Was bedeutet das tatsächlich?

Genau im Moment, als Kriwoschej seinen Vortrag gehalten hat, bekamen die Organisatoren der Konferenz einen Anruf von dem bekannten McCarthy, in dem er sich bei der Eremitage bedankte für die gefundene Dokumentation.So einfach ist das. Das Ei aus Nirgendwo wird  als Imperator Ei verkauft.

Dann wurden die gefälschten Dokumente bei der Konferenz veröffentlicht, die dem Käufer die Echtheit des Eies bestätigen sollen und dem Käufer wird suggeriert, dass endlich die Dokumente mit Skizzen für dieses Ei gefunden worden sind. Und als Schlusspunkt zu dieser Geschichte wird die Ausstellung im Museum „Victoria & Albert Museum" eröffnet, wo das gefälschte Ei der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Das Ganze wurde unter den vorausgeplanten Vorwürfen gegenüber dem staatlichen Museum Eremitage St. Petersburg organisiert von einem, keinem bekannten, Antiquitätshändler, der in London wohnt, wie jetzt festgestellt wurde mit nicht rechtmäßigen Aufenthaltspapieren.

https://riafan.ru/1434430-rassledovanie-fan-kto-stoit-za-informatakoi-na-ermitazh-i-vbrosami-o-nasledii-faberzhe

 

Und wo sind die Experten? Géza von Habsburg, Alexander von Solodkoff, natürlich Ja!!!

Wer sind diese Richter? Wollen wir der Tätigkeit der Experten  Géza von Habsburg, A.von Solodkoff  und  Т.Мuntjan auf dem Gebiet Verkauf und Attribution von gefälschten Imperator Ostereiern folgen.

Fangen wir an mit dem vor Kurzem entdeckten und verkauften gefälschten Imperator Osterei von 1902 

 

Diese Fälschung wurde im Jahre 2003 von A. von Solodkoff und T. Muntjan unter Teilnahme von Géza von Habsburg bestätigt.

Um dieses Ei schnell zu verkaufen, haben diese Experten das schön ausgestattete Buch „Fabergé. Nephrit Oster Ei „empire" 1902"  in 70 Exemplaren herausgebracht 

 

 

Das Ei wurde anfangs mit Erfolg für ungefähr 4 Millionen Dollar verkauft (es kann sein, dass die Summe sich ein bisschen unterscheidet, weil das Ei von mehreren Investoren gekauft wurde).

Die Zeit verging und die Geschichte schien vergessen zu sein. Aber das Ei wurde nicht von einem Sammler, sondern von einem Investor, Ritchard Werner gekauft. Nach einigen Jahren beschloss er, das Ei  mit Hilfe der Auktionshäuser Sotheby´s oder Christie's zu verkaufen um Millionen zu verdienen. Plötzlich haben alle Auktionshäuser dieses  Ei als echtes Ei nicht anerkannt. Der empörte Herr Werner hat versucht, das Ei an den Verkäufer zurückzugeben. Aber er hat „Nein" bekommen. Unerwarteterweise wollten  alle Autoren der Expertise  und  des Buches „Fabergé. Nephrit Oster Ei „empire" 1902" die Echtheit nicht (kostenlos) bestätigen. Alle zusammen haben ihre Meinung geändert. Damals, als sie Interesse hatten, haben sie bestätigt und jetzt nicht mehr.

Wir erinnern uns an die Namen von diesen Experten A. von Solodkoff, T. Muntjan, Géza von Habsburg.

Der Leser hat (vielleicht) die Meinung, das diese zwei Episoden bittere Fehler von Experten sind. Wollen wir weitere Geschichten zum Thema von Verkauf gefälschter Imperator Eier zu klären versuchen.

Das nächste Objekt - Ei mit Hase (Sammlung Stavros S. Niarchos). Im Jahre 1986 wurde vom Experten Gésa von Habsburg dieses Ei als Imperator Ei im Katalog "Fabergé - Hofjuwelier der Zaren" München 1986, Géza von Habsburg,  dargeboten.

 

 

Das nächste gefälschte Imperator Oster Ei „Dämmerung", 1917,  wurde als echtes Ei vom Experten Géza von Habsburg bestätigt

Deutlich klar ist die Geschichte vom gefälschten Imperator Oster Ei, bestätigt vom Experten Géza von Habsburg mit dem schweigenden Einverständnis von A. von Solodkoff.

 

Dieses gefälschte Imperator Osterei „Statue von Nicolaus dem II. auf Pferd"wurde bestätigt von Géza von Habsburg zusammen mit Snowman. Das Ei wurde zum Verkauf in Genf  1977 bei der Auktion Christie's ausgestellt, wo Géza von Habsburg in der Rolle des Experten war. Dieses Ei wurde schon bei der Ausstellung 1949 des „Instituts der Künste" in Chikago gezeigt.

Die Erscheinung von Faberge Eiern ist schon immer eine Art von Fest für die Sammler. Die Ausstellung von solcher Art von Objekten garantiert die Reklame für jedes Auktionshaus.

Als Folge kann man sagen, das gefälschte Ei wurde für 250.000 Dollar von einem Sammler aus New York, Eskander Arje, gekauft. Aber, als er kam um das Ei abzuholen, verstand er sofort, dass das eine Fälschung ist und wollte nicht bezahlen.

Auf  Gerichtsbeschluß sollte Arje  400.000 Dollar zahlen (250.000 + 150.000 Gerichtskosten)  aufgrund der erneuten Echtsheitsexpertise  von Kenneth Snowman (Besitzer des bekannten Geschäftes Wartski in London). Im Jahre 1985 wünschte der Sammler Arje bei demselben Auktionshaus Christie's das Ei zum Verkauf auszustellen. Eine Überraschung wartete auf ihn. Auf Gentlemanart wurde ihm erklärt, dass das Ei eine Fälschung ist. Da die Echtheit des Eies außer Géza von Habsburg auch von K. Snowman bestätig worden war,  wendet sich Herr Arje an die Leitung des Auktionshauses von „Chrstie's. Aber man hat ihm von dort mitgeteilt, das heute K. Snowman und  Géza von Habsburg die Echtheit nicht mehr bestätigen und aus diesem Grund hat Christie's das Ei zum Verkauf nicht angenommen.

Diese unverschämte Geschichte hat Eskander Arje nicht gefallen und da er Millionär war, hat er das Auktionshaus verklagt auf 37.000 000  Millionen für den Schaden von seiner Business Reputation. Zum Schluss sollte Christie's den materiellen und finanziellen Schaden bezahlen.

 

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